Vorsorge in der Geriatrie

erstellt am: 20.08.2012 | von: margula | Kategorie(n): Allgemein, Geriatrie, Patient

Natürlich braucht man in der Geriatrie keine „Vorsorge“ mehr zu treffen, um nicht relativ jung an einer Krankheit oder an einem Unfall zu sterben. Man kann andererseits aber auch nicht vorsorgen, um im fortgeschrittenen Alter sicher nicht zu erkranken. Dennoch kommt der Vorsorgemedizin auch in der Geriatrie ein hoher Stellenwert zu.

Spätschäden von bestimmten Krankheiten (Diabetes, hoher Blutdruck etc.) vorbeugen

Wer schon in jüngeren Jahren eine Krankheit erworben hat, wird auch jetzt noch darauf achten, die für solche Krankheiten charakteristischen Spätschäden einzudämmen. Das kann auch der Geriatrische Patient z. B. durch köprerliche und geistige Aktivität, durch Ausschalten weiterschädigender Substanzen, durch bessere Ernährung etc.

Krankheiten entdecken

Auch für den geriatrischen Patient gilt, Parameter zu einem Zeitpunkt entlarven, zu dem sie noch keine Beschwerden machen, aber bereits behandlungsbedürftig und einer Behandlung zugänglich sind. Nur weil jemand schon älter (geworden) ist, heißt das nicht, dass alles egal ist.

altersbedingte Veränderungen beobachten

Nicht nur altersbedingt physiologische, primär harmlose Veränderungen sollte man ärztlich begleiten, auch sonstige Veränderungen sollte man dem Arzt zeigen, um nicht zu übersehen, wenn sich daraus eine gefährliche Krankheit entwickelt (zum Beispiel: dass bei bekannter, gutartiger Vergrößerung der Prostata, ein hinzukommendes Prostatakarzinom nicht übersehen wird).

impfen

Dass gerade im Altenmedizinischen Bereich Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen von Bedeutung sind, wird verständlich, wenn man weiß, dass das Immunsystem (welches für die Abwehr von Krankheiten zuständig ist) im Alter schwächer wird. Also bietet man dem alten Körper abgeschwächte Krankheitserreger an, auf die er mit einer Immunantwort reagiert und so die Fähigkeit hat, mit später eindringenden, „voll krankheitserregenden“ Keimen fertig zu werden.

Tipp: Ich sehe es nicht für notwendig, Hochbetagte einzuschränken, ihren Lebensgenuss zugunsten der Vorsorge vor Spätschäden zu schmälern oder gar zu opfern. Auch sollte man ihnen wegen „ungesunder Lebensführung“ kein schlechtes Gewissen machen. Nach meinem Dafürhalten darf der 90jährige rauchen, Alkohol konsumieren und wenn es ihm schmeckt, darf er auch als Diabetiker „sündigen“ oder fettes Fleisch konsumieren.

Dr. Wilhelm Margula

Dr. Wilhelm Margula
Arzt für Allgemeinmedizin - Geriatrie
A-1010 Wien

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