Pflegegeldberatung für Institutionen

erstellt am: 02.08.2018 | von: margula | Kategorie(n): Allgemein, Pflegegeld

Pflegegeld der richtigen Stufe ist für Institutionen die stationäre oder mobile Altenpflege vollbringen ebenso wichtig wie für den Einzelnen, der zuhause gepflegt wird. Institutionen haben aber den Vorteil, dass ihre MitarbeiterInnen schon während der Begutachtung wertvolle Vorarbeit leisten können.

Pflegeheime passen ihren Personalschlüssel oft an die Pflegestufen der zu Versorgenden an, und Anbieter von mobilen Diensten richten Stundensätze an der Pflegestufe der KundInnen aus. Mit Abschaffung des Pflegekostenregresses seit 1.1.2018 entgehen den Ländern beträchtliche Einnahmen, sodass sie es sich jetzt noch weniger als früher leisten können, auf die richtige Einstufung nach dem Bundespflegegeldgesetz (BPGG) zu verzichten. Nur eine Pflegestufe zu niedrig bedeutet einen Verlust zwischen € 2.709,60 und € 4.844,40 pro BewohnerIn und pro Jahr.

6-stellige Eurobeträge pro Jahr

In den Pflegestufen 5, 6 und 7 macht die Differenz von einer Stufe zur anderen durchschnittlich € 4.045,– pro Patient und Jahr aus. Bei Pflegeheimen aber auch bei Altenwohnheimen mit ange­schlossenen B-Stationen kann die zu niedrige Bewertung um nur eine Pflegestufe bereits bei 20 BewohnerInnen einen Unterschied im jährlichen Betriebsergebnis in der Größenordnung eines 6stelligen Eurobetrages bedeuten.

Was für Landespflegeheime, im Verantwortungsbereich der Sozialhilfevereine oder der Gemeinden gelegene Institutionen gilt, trifft auch auf private und kirchliche Institutionen zu.

Klagen gegen Pflegegeldbescheide

Immer wieder müssen auch Institutionen gegen Einstufungsbescheide klagen. Obwohl es für die Pflegegeldeinstufung eigens geschulte MitarbeiterInnen sind, die eine höhere Stufen verlangen als der Bescheid zuerkennt, ist der Ausgang des Verfahrens ungewiss. Man stimmt dann widerwillig lieber einem Vergleich zu, als noch ein Jahr warten zu müssen. Warum aber ist das so?

Welche Pflegestufe jemand bekommt ist nämlich keine ärztliche und nicht eine pflegerische, sondern eine rechtliche Entscheidung. Sie stützt sich aber immer auf ärztliche Gutachten.

Gutachten müssen vollständig und schlüssig sein

Ein Gutachten nach dem BPGG ist schlüssig, wenn der im Kalkül vorgeschlagene Wert für eine Hilfs- und Betreuungsleistung aus den Befundfeststellungen begründbar ist und andererseits wenn alle in der Befundaufnahme festgestellten Funktionsstörungen im Kalkül ihren Niederschlag finden. Ein Gutachten nach dem BPGG ist als unvollständig zu bezeichnen, wenn Befunde, die notwendige Hilfs- oder Betreuungsleistung zur Folge haben, nicht aufgenommen wurden bzw. im Gutachten nicht beschrieben sind.

Sowohl die Analyse aber auch Interpretation und Argumentation solcher Gutachten nach BPGG brauchen Spezialwissen. Das gilt für Gutachten, die im Auftrag der Entscheidungsträger erstellt wurden ebenso wie für Gutachten im gerichtlichen Auftrag.

In langjähriger Gutachtertätigkeit für Entscheidungsträger und in 10 jähriger Erfahrung als Gerichtsgutachter für Pflegewesen habe ich mir dieses Spezialwissen angeeignet. Im Projekt “Pflegegeldberatung für Institutionen” setze ich dieses Spezialwissen ein, und ich gebe es unter Einbeziehen meines Pflegestufenrechners www.pflegestufen.at weiter.

Wenn zwar für die Klage keine Anwaltspflicht besteht und auch keine Gerichtskosten anfallen, so kann die Klage wie auch der Klagsverzicht die Institution viel Geld kosten. Bei Institutionen hat die richtige Pflegestufe schon allein auf Grund der Anzahl von betreuten Pflegebedürftigen große Bedeutung. Deshalb ist es hier besonders wichtig, die Chancen des Verfahrensausgangs so gut wie möglich einzuschätzen.

Beratung für Institutionen

Diesen Fakten trägt das Programm “Pflegegeldberatung für Institutionen” Rechnung. Dabei werden die zuerkannten Pflegestufen überprüft und MitarbeiterInnen der Institutionen geschult. Zum Einen schule ich jene MitarbeiterInnen, die für die betriebsinterne Einstufung zuständig sind. Andererseits instruiere ich auch MitarbeiterInnen, die bei ärztlichen Begutachtungen anwesend sind, denn sie können und müssen sowohl beim Einstufungsverfahren der SV-Träger als auch bei gerichtlichen Einstufungsverfahren wichtige Vorarbeit leisten.

So gelingt es Institutionen, dass Pflegebedürftige die höchstmögliche Pflegestufe bekommen und gleichzeitig weniger Klagen gegen Pflegegeldbescheide eingebracht werden müssen, deren Ausgang aber deutlich gewisser ist. Insgesamt kann Beratung für Institutionen deren Betriebsergebnis verbessern.

Dr. Wilhelm Margula

Dr. Wilhelm Margula
Arzt für Allgemeinmedizin - Geriatrie
A-1010 Wien

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