Betreuung rund um die Uhr

erstellt am: 04.12.2015 | von: margula | Kategorie(n): Angehörige

Sie haben beschlossen, Ihren Angehörigen zuhause zu versorgen und ihn nicht in ein Pflegeheim zu geben. Ob Sie ihn nun selbst pflegen, ob Sie die Betreuung durch Heimhilfen oder mit 24-Stunden-Pflege besorgen lassen, es empfiehlt sich einen Geriater zu konsultieren, auch wenn Sie einen behandelnden Hausarzt haben. Der Geriater steht allen Beteiligten helfend zur Seite – in medizinischen Belangen und als Bezugsperson für Patient, Be­treuer und für Angehörige.

Begleitung der Altenbetreuung durch Geriater

Ein Geriater ist die Verbindung zwischen Pflegekraft, Angehörigen und dem Senior; er besucht den Pflegebedürftigen regelmäßig – zB einmal im Monat.

Aufgaben des Geriaters solange keine akute Erkrankung auftritt

Der Geriater achtet darauf, dass die Harmonie zwischen Patient und Betreuer stimmt und erhalten bleibt. Wenn Betagte „mühsam“ werden (z.B. Demente), agiert der Geriater als „Ventil“ für Pflegende, weil auch sie manchmal „Dampf ablassen“ müssen.

Zu Beginn der geriatrischen Begleitung – solange alles relativ unverändert läuft – erklärt der Geriater welche Informationen über den Senior medizinisch gesehen wichtig sind; wann der Arzt und wann die Angehörigen zu verständigen sind, oder wie man sich in bestimmten Situationen verhalten sollte.

Der Geriater ist Brücke zwischen Wunschvorstellungen und Realität. Er erklärt welcher Behandlungserfolg realistisch ist. Denn auch modernste Medizin kann den natürlichen Verlauf nicht abwenden, aufhalten oder rückgängig machen.

Das Selbstbestimmungsrecht des Patienten respektierend,  geschieht vorrangig was der Senior möchte und nicht nur was medizinisch machbar ist. Diese Einstellung ist besonders wichtig, wenn man einem Angehörigen den Wunsch erfüllen möchte, bis zum Schluss zuhause bleiben zu dürfen.

ärztliche Verantwortung bei Verschlechterung

Selbst bei bester Pflege und Betreuung werden neue Erkrankungen auftreten (Infekte, Austrock­nung etc.). Jetzt schickt der Krankenkassenarzt Senioren ins Spital, weil ihm das System die nötige Zeit für Behandlung zuhause nicht lässt. Der Geriater nimmt sich Zeit für Therapie die auch zuhause gemacht werden kann (Infusion).

Der Geriater sieht zu, dass in der Akutsituation zuhause nicht zusätzlich Hektik oder Chaos entstehen. Betreuer wurden ja schon vor Eintreten der Neu-Erkrankung auf vieles vorbereitet, sodass auch solch eine Situation die Pflegepersonen nicht überfordert. Vorbereitet heißt, dass es kaum unerwartete medizinische Situationen gibt, weil alle Eventualitäten längst mit dem Patient, mit der Pflegekraft und auch mit den Angehörigen durchgesprochen sind. Oft sind Maßnahmen in einer Patien­tenverfügung und/oder Vertretungsvollmacht schriftlich festgelegt, sodass palliative Behandlung auch zuhause durchgeführt werden kann. Spitalseinweisung erfolgt nur, wenn eine Operation notwendig ist und der Patient auch die Chance hat, diese erfolgreich zu überstehen.

Wann immer es geht behandeln Geriater vorort und schicken Patienten nicht jedes Mal bei Fieber, Verwirrtheit, Schwäche etc. in ein (anderes) Spital. Es müssen ja nicht zum x-ten Mal längst bekannte chronische Krankheiten gesucht und bestätigt werden. Jeder Spitalsaufenthalt reißt den Patient aus seiner Umgebung und unterbricht zudem gut funktionierende Routinen in der Pflege und Betreuung zuhause, die nach der Entlassung wieder neu erarbeitet werden müssen.

Schließlich ist auch aus ethischer Sicht zu überlegen: ist es gerechtfertigt den Zustand von Pflegefällen mittels Einsatz von Spitalsmedizin zu konservieren, damit Patienten jahrelang leiden müssen und auf fremde Hilfe angewiesen bleiben –  oder gestattet man der Natur ihren Lauf zu nehmen?

Kosten

Sie denken das Beiziehen eines Geriaters wird Ihre finanziellen Möglichkeiten übersteigen? Die Kosten für einen Geriater sind leistbar (ab € 120,– pro Monat) und liegen samt Aufwand für Pflege und Betreuung (abzügl. Pflegegeld und Zuschüsse) meist deutlich unter den Gesamtkosten für einen Platz im Pflegeheim.

Aber in dieser Situation geht es ja nicht nur um Geld. Der Geriater erspart Ihnen Ärger und in kritischen Situationen Gefühle der Hilflosigkeit, sowie Gewissensbisse oder Schuldgefühle im Nachhinein. Der Rat des Geriaters hilft auch zeitliche und psychische Belastung aller Familienmitglieder zu mindern, sodass alle wieder (fast) ungestört ihrem Beruf nachgehen können.

Lesen Sie über das Programm “geriatrie-daheim” oder kontaktieren Sie mich.

Nützliche Links:
interaktives Suchportal; www.pflegesuche.at,
http://pflege.fsw.at/pflege-zu-hause/24h-betreuung.html,
www.bundessozialamt.gv.at/basb/Pflege/24_Stunden_Betreuung,
www.pflegedaheim.at/cms/pflege/faq_thema.html?channel=CH1780
www.amiato.de/files/ebooks/wohnen-im-alter.pdf (kostenlos E-Book "Wohnen im Alter")
Dr. Wilhelm Margula

Dr. Wilhelm Margula
Arzt für Allgemeinmedizin - Geriatrie
A-1010 Wien

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