PflegegeldBeratung – wozu?

erstellt am: 09.01.2015 | von: margula | Kategorie(n): Angehörige, Pflegegeld

Wozu braucht man Beratung, wo es doch online-Pflegegeld-Rechner gibt?

  • Der online-Rechner gibt Ihnen einen Orientierungswert.

Automatisierte Rechner können aber nicht beurteilen ob Antworten zu großzügig (“dramatisch”) oder zu vorsichtig (z.B. aus Eitelkeit beschönend) geklickt wurden. Das wird im individuellen Beratungsgespräch nachjustiert.

Angenommen die Frage nach selbstständig Gesicht und Oberkörper waschen wurde verneint, dann rechnet das Programm den dafür vorgesehenen Pflegeaufwand. Kann diese Tätigkeit aber selbständig erledigt werden kann, wenn man z.B. nur ein Stockerl vor das Waschbecken zu stellen braucht, dann war die Antwort zu großzügig geklickt. Der Rechner hat jetzt falsch positive (zu viele) Betreuungsstunden berücksichtigt.

Jemand anderer hat voller Stolz geklickt, sich selbst an- und ausziehen zu können, weil das an manchen Tagen auch tatsächlich gelingt. Der Fachmann sagt Ihnen ob diese Antwort vielleicht zu vorsichtig geklickt war, sodass der Rechner diesen Pflegeaufwand nicht berücksichtigt hat – also falsch negative (zu wenige) Stunden gerechnet hat.

  • Bei Beratung erfährt man was Gutachter hinterfragen und wie Sie Gutachter auf Wesentliches hinweisen.

Für die optimale Einstufung sind neben nüchterner Beurteilung auch schlüssige Begründungen notwendig. Argumente - warum Pflegebedarf besteht – müssen richtig formuliert sein. „Er/Sie kann wirklich nicht mehr …“ mag schon stimmen, das ist aber keine überzeugende Formulierung und keine Begründung für notwendige Hilfe. Vom Pflegegeld-Berater hören Sie worauf es ankommt.

  • Beim Beratungsgespräch erhalten Sie Antworten auf Fragen

z.B. wann bewirkt die Diagnose “Demenz”, dass man den Erschwerniszuschlag bekommt? Dieser Antwort kommt besondere Bedeutung zu, wenn es um Pflegestufe 3 und Förderung für 24-h-Betreuung geht.

wozu Beratung, bei einem negativen Bescheid?

Lassen Sie sich beraten, um zu wissen ob und wie die Klage gegen den Bescheid Erfolg haben kann.

  • Fehler bei Begutachtung

Anlässlich der Beratung hat sich schon herausgestellt, dass dem Gutachter von der Pensionsversicherung Fehler unterlaufen sind. Dann macht die Klage nicht nur Sinn sondern sie wird auch von Erfolg begleitet sein.

  • Entscheidungsgrundlagen

Bei Gericht kommt es darauf an, den Juristen (ob für Richter oder Klagevertreter) die richtigen Entscheidungsgrundlagen zu liefern, so wie das ja auch durch ärztliche Sachverständigen-Gutachten geschieht. Hier kann Ihnen kein automatisierter Rechner helfen, wohl aber der erfahrene Berater.

  • Interpretation des Gesetzes

Klagen führen oft erst zum Erfolg, wenn Fragen der Gesetzes-Auslegung in Ruhe (und nicht unter dem Stress der Begutachtung oder gar der Verhandlung) geklärt werden. Das trifft auch für die Differenzierung von Stufe 5, 6 und 7 zu.

Der Berater kennt das Gesetz und Gerichtsentscheidungen. Er sucht für Sie nach Möglichkeiten, um zum besten, legalen Ergebnis zu kommen. Er erklärt Ihnen verständlich worauf es ankommt.

Manchmal kann es nützlich oder notwendig sein ein Sachverständigen-Gutachten zu erstellen, um es im Gerichtsverfahren vorzulegen. Meist genügt es aber, den Kunden mit der relevanten Information auszustatten.

Zu- und Aberkennung oder das Nicht-Zuerkennen einer bestimmten Pflegestufe ist immer eine rechtliche und niemals eine medizinische oder pflegerische Entscheidung.

Tipp: Besser die Ablehnung verhindern, als einen negativen Bescheid bekämpfen zu müssen.

Ein Kommentar

  • Lehner sagt:

    Sg.Hr. Dr. Margula
    aufgrund der Pflegegeld-Beratung und “worauf es ankommt” konnten wir durch Sie, den dafür von Ihnen empfohlenen Unterlagen von der Krankengeschichte, von Pflegestufe 1 die Stufe 3 erreichen.

    Wir danken Ihnen herzlichst
    eine zufriedene Klientin

Dr. Wilhelm Margula

Dr. Wilhelm Margula
Arzt für Allgemeinmedizin - Geriatrie
A-1010 Wien

Zu ärztlichen Leistungen